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CO2-Gesetz: erste Bilanz nach der Ablehnung durch den Nationalrat

Die Behandlung des CO2-Gesetzes im Nationalrat hat den Herausforderungen der
Klimaerwärmung nicht Rechnung getragen. Zwar ist es positiv, dass ein schlechtes Gesetz letztlich verworfen wurde, doch es wird schwierig, mit der momentanen politischen Mehrheit ein besseres Gesetz zu erhalten. Je länger die Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Schweiz herausgezögert wird, desto teurer wird es. Das führt auch zu weniger Innovation in der Schweiz und es werden weniger Stellen geschaffen. Das ist für die Arbeitnehmenden sehr bedauerlich.
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Trotz der eingegangenen Verpflichtungen zeigt das Klimaübereinkommen von Paris noch keine Wirkung. Obwohl man darauf hoffen durfte, dass bei der Entwicklung der weltweiten Treibhausgasemissionen der Anfang einer Trendwende sichtbar sein würde, gilt es ernüchtert festzustellen, dass die Emissionen in den letzten zwei Jahren sogar noch zugenommen haben. In diesem Zusammenhang bleibt zu hoffen, dass die UNO-Klimakonferenz in Polen überzeugende Ergebnisse liefern wird, um die Emissionsreduktionen pro Land zu messen. Und genau in unserem Land hätte diese beunruhigende Entwicklung die Nationalrätinnen und Nationalräte dazu anspornen sollen, in der Schweiz «ihre Arbeit zu machen», statt im Ausland Emissionszertifikate zu kaufen. Doch das Gegenteil passiert: Während der Entwurf des Bundesrates laut Travail.Suisse schon zu permissiv war – mit der Reduktion um 50 % bis 2030 im Vergleich zu 1990, wobei 40 % der Reduktionen im Ausland erzielt werden können -, hat der Nationalrat gar jegliche Aufteilung aus dem Gesetz gestrichen, sodass noch mehr ausländische Emissionszertifikate gekauft werden konnten. Es ist ungewiss, ob die Ablehnung der Vorlage durch den Nationalrat wirklich zur Verbesserung in diesem Punkt beiträgt.

Dieses Verhalten ist unverantwortlich und negativ für die Innovation und den Arbeitsmarkt. Denn so werden weniger eigene Technologien in der Schweiz entwickelt und es entstehen Abhängigkeiten von ausländischen Technologien. Da das Ziel darin besteht, die CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts praktisch auf null zu senken, um eine Erwärmung auf über 2 °C zu vermeiden, würde der Kauf von ausländischen Zertifikaten nur dazu führen, dass der Zeitpunkt, wo die Schweiz die Treibhausgasemissionen auf null reduzieren muss, herausgeschoben wird. Ein weiterer negativer Punkt des Kaufs ausländischer Emissionszertifikate ist, dass die verschiedenen Projekte im Ausland nicht immer den Rechten der Arbeitnehmenden Rechnung tragen. Auch wenn das Gesetz diesbezüglich Absicherungsmechanismen enthält, ist fraglich, ob diese Kontrollinstrumente ausreichen, damit in diesen Projekten die Arbeitnehmerrechte eingehalten werden.

SVP sorgt dafür, dass die Schweiz von den fossilen Energien aus dem Ausland abhängig ist

Die Schweiz wird länger von Öl und Gas abhängig sein und diese fossilen Energieträger weiterhin in Milliardenhöhe importieren müssen. Wäre es nicht sinnvoller, diese Milliarden rascher und in
grösse¬rem Stil in erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu investieren? Für Travail.Suisse lautet die Antwort klar ja. Die Umwelt würde rasch weniger belastet, während die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Schweiz begünstigt würden. Die SVP, immer an vorderster Front für die Unabhängigkeit der Schweiz, sorgt mit einer Politik, die das CO2-Gesetz torpedieren will, tatsächlich dafür, dass die Schweiz länger vom Ausland und von dessen fossilen Energieträgern abhängig sein wird. Sie geht gar so weit und verbreitet falsche Zahlen – wie dies bereits beim Referendum gegen die Energiestrategie 2050 der Fall war. Sie behauptet, dass das CO2-Gesetz für die Periode nach 2020, falls es in der Version des Nationalrates angenommen würde, für einen Vierpersonenhaushalt Mehrkosten von 1400 Franken verursachen würde. Doch diese Zahlen sind unvollständig und beruhen auf Extremwerten. So «vergisst» die Berechnung etwa, dass ab 2025 die Erträge aus der CO2-Abgabe vollständig an die Bevölkerung rückverteilt werden, während ein Drittel der Abgabe heute der Gebäuderenovation zugutekommt. Die Angabe von 3000 Litern Heizöl, die als Berechnungsgrundlage verwendet wird, gilt nur für Häuser, die vor 1990 errichtet und nicht renoviert wurden.

Luftverkehr: Klimadumping!

Travail.Suisse ist auch enttäuscht, dass sich für eine CO2-Abgabe auf Flugtickets keine Mehrheit
finden liess. Dabei ging es um Beträge, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Flughäfen mit Gebühren zwischen 12 und 30 Franken für Flüge in EU-Länder und zwischen 30 und 50 Franken in andere Länder nicht gefährdet hätten. Ausserdem haben mehrere europäische Länder solche Gebühren bereits eingeführt. Denn die Entwicklung des Luftverkehrs ist für das Klima nicht mehr tragbar. 2015 haben die Schweizerinnen und Schweizer 2,6-mal mehr Kilometer im Flugzeug zurückgelegt als 2005, was zu einer Zunahme der CO2-Emissionen um 40 % geführt hat. Für 50 Franken nach Barcelona fliegen, also für denselben Preis wie mit dem Zug von Lausanne nach Freiburg, dort shoppen und am Abend wieder nach Hause: Dank einem wahrhaften Klimadumping bei den Ticketpreisen ist das möglich. Es ist Zeit, dass gegen solche Antimodelle der nachhaltigen Mobilität vorgegangen wird, indem zumindest ein Teil der externen Kosten des Luftverkehrs intern getragen werden.

Die Schweizer Klimapolitik ist im Vergleich mit der EU nur noch Durchschnitt

Noch in den Jahren 1990–2000 war die Schweiz ein Land mit häufig höheren Umweltstandards als in den europäischen Nachbarländern. Doch in Sachen Klimapolitik erzielt die Schweiz jetzt nur noch durchschnittliche Leistungen. Sie übernimmt knapp die Ziele der EU! Das CO2-Gesetz für die Zeit nach 2020, das aus den Debatten des Nationalrates resultierte, kann mit den Herausforderungen nicht mit-halten und schon gar nicht mit der Verantwortung, die es zu übernehmen gilt, um unseren Kindern und Enkelkindern eine Erwärmung um weniger als 2 °C und falls möglich als 1,5 °C zu hinterlassen. So kann man sich über die Ablehnung des Gesetzes freuen. Travail.Suisse wird alles daransetzen, insbesondere indem wir unseren Einfluss bei zahlreichen Parlamentarierinnen und Parlamentariern geltend machen, um die Notwendigkeit ehrgeizigerer Treibhausemissionsreduktionsziele in der Schweiz für die Arbeitnehmenden aufzuzeigen und so zu einem guten CO2-Gesetz für die Zeit nach 2020 gelangen.

16. Dezember 2018, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

Klimakonferenz im polnischen Kattowitz: Travail.Suisse fordert ein entschlossenes Engagement für die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5°C und für einen gerechten Übergang

Vom 3. bis 14. Dezember 2018 findet im polnischen Kattowitz die 24. Konferenz der Unterzeichnerstaaten (COP 24) des Rahmenabkommens der Vereinten Nationen über den Klimawandel statt. Eines der Ziele besteht in der Neubeurteilung der nationalen Beiträge zur Umsetzung des Kernanliegens des Pariser Klimaabkommens, den globalen Temperaturanstieg auf unter 2°C und wenn möglich auf 1,5°C zu begrenzen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, verlangt, dass sich die Schweiz für eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5°C einsetzt und einen «Aktionsplan für einen gerechten Übergang» unterstützt. mehr

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) unterstreicht die Notwendigkeit, die Klimaerwärmung auf 1,5°C anstatt auf 2°C zu begrenzen, um negative Folgen wie Extremtemperaturen, Trockenperioden, Starkregen, Biodiversitätsverluste, Ernteeinbussen und gravierende Infrastrukturschäden deutlich stärker abzumildern. Da die Erwärmung in den kalten Regionen des Alpenraums höher ist, entspricht ein weltweiter Temperaturanstieg um 1,5°C immer noch einer Klimaerwärmung um 3°C in der Schweiz.

Dreissig Jahre für den Ausstieg aus fossilen Energien in der Schweiz

Um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, ist es nach Einschätzung des IPCC jedoch notwendig, die Netto-CO2-Emissionen bis spätestens 2050 weltweit auf null zu senken. Es bleiben uns somit noch dreissig Jahre, um den vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien zu vollziehen.
Dass dies machbar ist, zeigt das Beispiel Schweden: In dem Land sind Öl- und Gasheizungen praktisch von der Bildfläche verschwunden, und fossile Energieträger sollen bis spätestens 2045 komplett aus dem Alltag verbannt werden.

«Aus diesem Grund sind die in der Vorlage zur Revision des CO2-Gesetzes definierten Reduktionsziele im Lichte der jüngsten vom IPCC veröffentlichten Daten ungenügend, und die Schweiz muss das Tempo bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen deutlich erhöhen», sagt Denis Torche, Leiter Klimapolitik bei Travail.Suisse. Beim Ziel des neuen CO2-Gesetzes, die Emissionen bis 2030 um 50% gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren, müssen 80% anstatt nur 60% der Reduktion in der Schweiz realisiert werden. Ausserdem muss im Gesetz das Ziel verankert werden, die Emissionen bis 2050 auf null zu senken. Dies wird zu einem Innovationsschub in der Schweiz führen. In der Folge wird unser Land vermehrt saubere Technologien exportieren, anstatt diese aus dem Ausland zu importieren, was positive Auswirkungen für die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze in der Schweiz haben wird.

Aus Sicht von Travail.Suisse werden die bestehenden und die im neuen CO2-Gesetz vorgesehenen Massnahmen zudem nicht ausreichen, um die Emissionen in der Schweiz bis 2030 um 30% gegenüber 1990 zu reduzieren. Eine weitere Erhöhung der CO2-Abgabe und eine stärkere Reduktion des Treibstoffverbrauchs sind daher unumgänglich. Weitere Massnahmen wie eine Steuer auf Flugtickets und ein Verbot von Neuinstallationen von Heizungen auf der Basis fossiler Brennstoffe sind innerhalb der nächsten rund zehn Jahre ebenfalls erforderlich.

Für einen gerechten Übergang sorgen – französische «Gilets Jaunes» als Warnsignal

Ambitioniertere Klimaziele führen zu grösseren und schnelleren strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt. Ihre Auswirkungen auf die Beschäftigung, die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Umschulung von Personen, die in den vom Energiewandel betroffenen Wirtschaftssektoren tätig sind, müssen daher stärker berücksichtigt werden.

Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, wurde in der Präambel zum Pariser Klimaabkommen der Begriff des gerechten Übergangs eingeführt. Bedauerlicherweise wird dieser gerechte Übergang in der Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision des CO2-Gesetzes für die Zeit nach 2020 mit keinem Wort erwähnt. Tatsache ist jedoch, dass die Notwendigkeit einer markanten und kurzfristig umzusetzenden Reduktion der Treibhausgasemissionen in verschiedenen Sektoren der Industrie tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen wird. Wenn die Regierungen die Unterstützung der Bevölkerung für ihre Klimapolitiken erhalten möchten, müssen sie sicherstellen, dass auch die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer adäquat unterstützt werden. Dies erfordert ein entschlossenes Engagement für einen gerechten Übergang zu einer karbonarmen Wirtschaft und für menschenwürdige Arbeit, indem berufliche Umschulungen gefördert und die Arbeitnehmenden in die Planung und Bewältigung des strukturellen Wandels einbezogen werden. «Die anhaltenden Demonstrationen der Gelbvesten gegen die CO2-Steuer in Frankreich sind diesbezüglich ein deutliches Warnsignal und zeigen klar, dass eine soziale Begleitung des fortschreitenden Energiewandels unabdingbar ist», erklärt Denis Torche.

Um zu einer weitgehend CO2-neutralen Wirtschaft zu gelangen, muss diese daher gerecht und inklusiv sein. In diesem Sinne fordert Travail.Suisse die Schweiz auf, an der Klimakonferenz in Kattowitz für eine «starke Ministererklärung zugunsten einer gerechten Transition und menschenwürdiger Arbeit» einzutreten, um die mit dem Pariser Abkommen eingegangene politische Verpflichtung zu bekräftigen, für einen gerechten Übergang und menschenwürdige Arbeit bei der Umsetzung der Klimapolitiken zu sorgen.

Für weitere Informationen:
Denis Torche, Leiter Klimapolitik, Mobiltelefon 079 846 35 19

29. November 2018, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

Ohne Strommarktabkommen und flankierende Massnahmen für die Angestellten keine vollständige Öffnung des Strommarktes!

Heute hat der Bundesrat die Vernehmlassung zur Revision des Stromversorgungsgesetzes eröffnet. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist nicht grundsätzlich gegen eine vollständige Öffnung des Strommarktes. Es gibt jedoch Bedingungen, die zwingend eingehalten werden müssen. So braucht es zwingend flankierende Massnahmen für die Arbeitnehmenden der Branche und ein Strommarktabkommen mit der Europäischen Union (EU). mehr

Aus Sicht von Travail.Suisse ist es enttäuschend, dass die Vernehmlassungsvorlage für die Strommarktliberalisierung keine einzige der genannten Bedingungen und keinerlei flankierende Massnahmen für die Arbeitnehmenden in der Elektrizitätsbranche vorsieht. Der Schweizer Strommarkt funktioniert heute gut so wie er ist. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet und die Arbeitsbedingungen sind trotz vieler struktureller Veränderungen in der Regel gut. Es gibt daher aus heutiger Sicht keinen zwingenden Grund, den Schweizer Strommarkt vollständig zu öffnen. Die vollständige Öffnung des Strommarktes ist deshalb für Travail.Suisse abhängig von einem Stromabkommen mit der EU. Bevor ein solches nicht vorliegt, kann keine fundierte Entscheidung getroffen werden können. Einziger positiver Punkt des vorliegenen Projekts im Vergleich zum vorausgegangenen von 2014, ist der Einsatz von Schweizer Strom für die Grundversorgung. Das würde die Schweizer Wasserkraft unterstützen. Mit einer vollständigen Strommarktliberalisierung würde der Wettbewerb zunehmen und die Margen der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) drücken. Heute befinden sich fast 90 Prozent dieser EVU im Besitz der öffentlichen Hand. Deshalb sind die Arbeitsbedingungen in der Elektrizitätswirtschaft meist recht gut, ähnlich denen in der öffentlichen Verwaltung. “Es kommt für uns nicht in Frage, eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Jetzt gilt es, die Sozialpartnerschaft zu stärken und den Grundsatz eines Branchen-GAV für die Elektrizitätswirtschaft gesetzlich zu verankern”, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse.

Das Stromversorgungsgesetz (StromVG) müsste aus Sicht von Travail.Suisse einen Artikel enthalten, der die Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmenden der Elektrizitätswirtschaft fördert, da eine vollständige Liberalisierung die Notwendigkeit der Schaffung von Arbeitsplätzen in den Bereichen Energiedienstleistungen und Netzveränderung (Smart Grids oder Smart-Meter) beschleunigen wird. Es liegt auch im Interesse der Elektrizitätswirtschaft, dass dafür ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden ist.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat, 079 287 04 93
Denis Torche, Leiter Energiepolitik Travail.Suisse, 031 370 21 11 oder 079 846 35 19

17. Oktober 2018, Adrian Wüthrich, Präsident und Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

Mehr Beschäftigung dank Ja zur Energiestrategie

Das Schweizer Stimmvolk hat der Energiestrategie 2050 heute zugestimmt. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat sich für das Ja eingesetzt und ist erfreut über den Entscheid. Das Ja ist für den Werkplatz Schweiz ebenso wichtig wie für die nachhaltige Energieversorgung. mehr

Neben der energiepolitischen Wichtigkeit der Energiestrategie 2050 steht für Travail.Suisse die Auswirkung der Vorlage auf die Beschäftigung im Fokus. Mit dem beschlossenen Energiegesetz besteht die Chance neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende Stellen zu erhalten. Mit einheimischen, erneuerbaren Energien bleibt die Wertschöpfung im Inland und zwar unabhängig ob in Wasserkraft, Biogas, Solar- oder Erdwärme, Holz oder Windkraft investiert wird. Von diesen Investitionen in die erneuerbaren Energien und die Technologien für mehr Energieeffizienz werden alle Kantone und Arbeitsplätze mit den verschiedensten Qualifikationsniveaus einen Nutzen haben. Der Industrie- und Werkplatz Schweiz wird so gestärkt.

Die energiepolitischen Herausforderungen der Schweiz sind mit diesem Ja nicht gelöst. Es ist offen, ob die Massnahmen die gewünschte Wirkung entfalten und nachhaltig sind. Für Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, ist nach dem heutigen Entscheid klar: „Es sind nun alle Akteure in der Wirtschaft, alle privaten Investoren, insbesondere die Industrie und die Wissenschaft gefordert die Energiestrategie 2050 erfolgreich umzusetzen und die sich bietenden Chancen zu nutzen.“ Die grosse Arbeit kann nach dem heutigen positiven Volksentscheid starten. Die Resultate müssen nicht nur aus politischen, sondern auch als klima- und energiepolitischen Gründen schnell sichtbar werden.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 062 962 34 00 oder 079 287 04 93

21. Mai 2017, Adrian Wüthrich, Präsident

Energiestrategie 2050: gut für Werkplatz und Umwelt
Travail.Suisse und SGB unterstützen die Energievorlage vom 21. Mai

Travail.Suisse und SGB stimmen der Energievorlage zu. Sie begrüssen die Energiestrategie 2050, denn diese wird in der Schweiz Innovationen sowie Investitionen und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. Die Kosten für diese positive wirtschaftliche Perspektive, ein bescheiden höherer Netzzuschlag, sind gut verkraftbar. mehr

Die Energiestrategie 2050 will eine energetische Versorgung aus einheimischen und erneuerbaren Quellen. Sie wird sich nicht nur für das Klima (Reduktion der Treibhausgase) und die Gesundheit (weniger Verschmutzung), sondern auch für den Werkplatz Schweiz positiv auswirken. Der zunehmend forcierte Abbau importierter fossiler Energie wird es erlauben, Milliarden zu sparen. Das ermöglicht, die Investitionen neu auf Energieeffizienz, auf die Reduktion des Energiekonsums und auf die erneuerbaren Energien auszurichten. Davon wird der Arbeitsmarkt profitieren.

Diese Investitionen werden in der Schweiz stattfinden. Sie werden Zehntausende von Stellen in unserem Land erhalten resp. neu schaffen. Von diesen Stellen werden alle Regionen des Landes profitieren, denn die Installierung und der Unterhalt von erneuerbaren Energien und die Energiesanierung der Gebäude sind überall nötig. Diese Stellen umfassen verschiedene Qualifikationsniveaus (Bauberufe wie Gerüst- und Fassadenbauer/in, Abdichter/in, Storenmonteur/in; Projektverantwortliche, Ingenieur/innen, Architekt/innen, Energieberater/innen, Informatiker/innen usw.), was für den Arbeitsmarkt gut sein wird. Weil sich die Investitionen auf mehrere Jahrzehnte verteilen, wird die Nachhaltigkeit der Stellen hoch sein.

Die dank Energiestrategie 2050 begünstigte Innovation wird zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen, insbesondere der exportorientierten, stärken. Das wiederum wird helfen, in der Schweizer Industrie, insbesondere in der Maschinenindustrie, Stellen zu halten und neu zu schaffen.

Im Falle einer Ablehnung der Vorlage werden die Investitionen in die Energieeffizienz und in die Entwicklung erneuerbarer Energien aufgrund der energiepolitischen Unwägbarkeiten zurückgehen. Das wird sich klar negativ auf den Werkplatz Schweiz auswirken.

Es gab sicher nie einen besseren Zeitpunkt als heute für den Umstieg in die erneuerbaren Energien: Die Strompreise sind so tief, dass die Haushalte und die KMU den höheren Netzzuschlag von maximal 2.3 Rp/kWh problemlos verkraften können, zumal stromintensive Unternehmen sowieso davon befreit bleiben. Die diesbezüglichen Zahlen der Gegnerschaft sind nicht real, sondern auf Angstmachen ausgerichtet. Bei den notwendigen Investitionen ins Stromnetz (Unterhalt, Ausbau resp. Umbau) hat die Schweiz einen riesigen Vorteil gegenüber allen anderen Ländern, da sie schon heute über das dichteste Stromnetz in Europa verfügt.

Gesamteuropäisch herrscht Stromüberfluss, was sich nur ändern wird, wenn es in der EU zu einem wirtschaftlichen Aufschwung käme. Aber ohne eine massive Preiserhöhung der CO2-Emissionszertifikate wird weiterhin Strom aus Kohle produziert, was hauptsächliche Ursache für den Stromüberfluss ist. Deshalb ist auch hier den Gegnern der Energiestrategie 2050 zu widersprechen. Es droht keinesfalls Stromverknappung, aber es ist auch aus Umweltgründen richtig, die einheimische Produktion zu stützen.

Die Stromversorgung in der Schweiz ist stabil auf höchstem Niveau, denn das Stromnetz ist auch gut gewartet. Es fliesst täglich eine enorme Kapazität von Strom in die Schweiz hinein und aus der Schweiz heraus. An einem einzigen Tag in diesem Winter wurden 4‘000 MW Strom importiert, gleichzeitig 2‘500 MW Strom im Transit nach Italien durchgeleitet und 1‘500 MW Strom nach Frankreich exportiert, ohne dass die inländische Stromversorgung auch nur einmal an diesem Tag gefährdet gewesen wäre. Die effektive Importkapazität des schweizerischen Stromnetzes liegt bei 10‘000 MW, was dem maximalen inländischen Strombedarf entspricht.

Ein Ja zur Energiestrategie 2050 ebnet den Weg in die Energiewende, schafft Investitionsanreize und bietet Planungssicherheit. Das Ja ist ein Gebot der Vernunft und ein Bekenntnis für die Umwelt und den Werkplatz.

Für Auskünfte:
Denis Torche, Zentralsekretär Travail.Suisse,
Tel. 079 846 35 19
Dore Heim, geschäftsführende Sekretärin SGB,
Tel. 079 744 93 90

Die Gewerkschaftsdachverbände SGB und Travail.Suisse vertreten die Interessen der Erwerbstätigen in der Schweiz und sprechen im Namen von über einer halben Million Mitglieder.

20. April 2017, Denis Torche, Leiter Energie- und Umweltpolitik

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