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Teilzeitarbeit auf dem Vormarsch – Diskriminierungen bleiben

Das Bundesamt für Statistik hat heute die neusten Zahlen zur Entwicklung der Teilzeiterwerbstätigkeit veröffentlicht. Teilzeitarbeit hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert die Politik auf, die Diskriminierungen der Teilzeitarbeitenden zu bekämpfen und Teilzeitarbeit der Vollzeitarbeit gleichzustellen. mehr

1.7 Millionen Arbeitnehmenden arbeiten in der Schweiz in einem Teilzeitpensum. Dies entspricht einem Anteil von 36.8 Prozent und damit einer Zunahme von 8.4 Prozent in den letzten 20 Jahren. Auch wenn eine gewisse Anpassung zwischen den Geschlechtern feststellbar ist, ist der Anteil der Frauen in Teilzeitarbeit immer noch mehr als dreimal so hoch wie bei den Männern (59% gegenüber 17.6%). Besonders ausgeprägt ist der Geschlechterunterschied bei Haushalten mit kleinen Kindern. „Dies zeigt, dass immer noch der Grossteil der Familienarbeit von den Frauen geleistet wird“, betont Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Im Zuge des zunehmenden Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft und der fortschreitenden Digitalisierung wird Teilzeitarbeit weiter zunehmen. „Die Politik ist dringend gefordert, Teilzeitarbeit als Realität auf dem Arbeitsmarkt anzuerkennen und die Diskriminierung der Teilzeiterwerbstätigen zu stoppen“, so Fischer weiter. Eine Diskriminierung von Teilzeitarbeitenden ortet Travail.Suisse insbesondere in folgenden Bereichen:

• In den Sozialversicherungen hindern Eintrittsschwelle und Koordinationsabzug einen gleichberechtigen Rentenaufbau in der zweiten Säule.
• Bei der Überzeitarbeit beginnt die zuschlagspflichtige Arbeit für Teilzeitarbeitende bei der gleichen Anzahl Wochenarbeitsstunden wie für Vollzeitarbeitende.
• Karrierechancen, Lohnerhöhungen und Unterstützung bei Weiterbildungen sind bei Teilzeitarbeit eingeschränkt.
• Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine zu teure familienexterne Kinderbetreuung führen zu überproportionaler Teilzeitarbeit von Frauen.

Für mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 031 370 21 11 oder 076 412 30 53

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17. Januar 2019, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Ältere Arbeitnehmende profitieren zu wenig vom Aufschwung am Arbeitsmarkt

Die Direktion für Arbeit des Seco hat heute am traditionellen Mediengespräch zum Jahresanfang eine positive Situation am Arbeitsmarkt beschrieben. Der wirtschaftliche Aufschwung ist im letzten Jahr auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen, was sich in sinkenden Arbeitslosenzahlen spiegelt. Gleichzeitig konnte eine erfolgreiche Einführung der Stellenmeldepflicht konstatiert werden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut über die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, stellt aber gleichzeitig fest, dass gerade die älteren Arbeitnehmenden noch zuwenig vom Aufschwung profitieren. mehr

2018 waren durchschnittlich knapp 120‘000 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, dies sind rund 25‘000 Personen weniger als noch 2017. Das ist der tiefste Stand seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. „Es ist erfreulich, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahre jetzt endlich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. „Gleichzeitig wird aus den Arbeitslosenzahlen aber auch deutlich, dass gerade die älteren Arbeitnehmenden unterdurchschnittlich vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren“, so Fischer weiter. Während die gesamte Arbeitslosenquote um 0.6 Prozent abgenommen hat, war der Rückgang bei den über 50-jährigen Arbeitslosen mit 0.3 Prozent nur halb so ausgeprägt. Dies passt ins Bild der letzten Jahre, welches einen stark überproportionalen Anteil der älteren Arbeitslosen bei den Langzeitarbeitslosen und als Folge eine deutliche Erhöhung der Aussteuerungen und einen Anstieg der Sozialhilfequote dieser Gruppe seit 2010 zeigt.

Stellenmeldepflicht: Einführung erfolgreich – Wirkung ungewiss

Das Seco hat heute auch über die erfolgreiche Einführung der Stellenmeldepflicht informiert. Belegt wurde dies anhand der starken Zunahme der Meldungen über offene Stellen bei den öffentlichen Arbeitsvermittlungen. Für Travail.Suisse ist aber klar, dass insbesondere die Wirkung der Stellenmeldepflicht interessant sein wird. So sind die Arbeitgeber in der Pflicht, nicht nur ihre offenen Stellen den RAV zu melden, sondern dann auch tatsächlich aus den arbeitslosen Personen zu rekrutieren. Travail.Suisse ist nach wie vor überzeugt, dass die Stellenmeldepflicht ein geeignetes Instrument zur Stärkung der öffentlichen Arbeitsvermittlung darstellt, welches die Chancen von bisher auf dem Arbeitsmarkt diskriminierten Gruppen erhöht. Gefordert wird im Verlauf dieses Jahres eine vertiefte Analyse der Effekte und Wirkungen der Stellenmeldepflicht und eine seriöse Prüfung von weiteren Massnahmen zur Verbesserung der Situation der älteren Arbeitslosen.

Für mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 031 370 21 11 oder 076 412 30 53

08. Januar 2019, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon