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Aktuelle Medienmitteilungen

Personenfreizügigkeit muss den Arbeitnehmenden mehr Nutzen bringen

Das Seco hat heute den 14. Observatoriumsbericht zu den Auswirkungen der Personenfreizügigkeit veröffentlicht. Daraus werden eine gute Integration der ausländischen Arbeitskräfte und positive Effekte auf die Wirtschaftsentwicklung deutlich. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist aber klar, dass die flankierenden Massnahmen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen zwingend erhalten werden müssen und die Arbeitnehmenden besser an den Renditen der Personenfreizügigkeit beteiligt werden müssen. mehr

Im Observatoriumsbericht wird ein positives Bild der Personenfreizügigkeit gezeichnet. Die Zuwanderung ist in erster Linie vom Arbeitsmarkt getrieben, dementsprechend gut gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt. Dank den flankierenden Massnahmen wird dafür gesorgt, dass in der Schweiz tatsächlich Schweizer Löhne bezahlt werden, resp. Unterbietungen der Löhne und Arbeitsbedingungen entdeckt und sanktioniert werden können. „Die FlaM sorgen dafür, dass die Personenfreizügigkeit nicht nur eine positive Wirtschaftsentwicklung bringt, sondern auch die Löhne und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden schützt und dürfen auf keinen Fall in den Verhandlungen um ein institutionelles Rahmenabkommen geschwächt werden“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Personenfreizügigkeit muss Allen nützen

Auch wenn das gesamtwirtschaftliche Fazit der Personenfreizügigkeit positiv ausfällt, profitieren längst nicht Alle gleichermassen von der Freizügigkeitsrendite. Hier ist die Politik gefordert. Ein wichtiger Schritt wird mit der Stellenmeldepflicht gemacht, welche Anfang Monat in Kraft getreten ist. „Ob mit der Stellenmeldepflicht die Chancen von arbeitslosen Personen auf dem Arbeitsmarkt spürbar verbessert werden können, muss dann allerdings genau evaluiert werden“, so Fischer. Denn die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften bleibt weiterhin sehr einfach. Umso wichtiger, dass die innenpolitischen Massnahmen zur besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials intensiviert werden. In diesem Zusammenhang ist es kein positives Signal, dass der Bundesrat letzte Woche beschlossen hat, die 2011 gross angekündigte Fachkräfteinitiative – welche bisher höchstens bescheidene Wirkung entfaltet hat – zukünftig nur noch reduziert weiterzuführen. Für Travail.Suisse ist klar: Die Rendite welche durch die Personenfreizügigkeit und die bilateralen Verträge erwirtschaftet wird darf nicht nur als Gewinne und über Steuersenkungen den Unternehmen zugutekommen, sondern muss auch für die Bevölkerung spürbar werden (z.B. als Massnahmen gegen steigende Mieten und Krankenkassenprämien, mit zusätzlicher Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmenden, durch finanzierbare familienexterne Kinderbetreuung oder einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub).

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2018 07 03 Observatoriumsbericht-PFZ d.docx 40 KB

03. Juli 2018, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Die AHV braucht mehr Mittel, aber kein höheres Frauenrentenalter

Die Reform der AHV kostet, das war schon bei der Abstimmung über die Altersvorsorge 2020 klar. Die Vorschläge des Bundesrates zeigen, dass die nächste Reform noch teurer wird. Der Sanierungshorizont wird deutlicher verlängert. Die Erhöhung des Rentenalters der Frauen ohne adäquate Kompensation wird allerdings nicht mehrheitsfähig sein. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat immer eine solide Zusatzfinanzierung gefordert ohne Leistungskürzungen. Auch die zukünftigen Rentnerinnen und Rentner sollen mit ihrer Rente genügend Geld zum Leben haben. mehr

Die geburtenstarke Babyboomer-Generation kommt in Pension. Die AHV benötigt deshalb in den kommenden Jahren mehr Geld zur Finanzierung der Renten. Travail.Suisse will wegen dieser zwischenzeitlichen Herausforderung nicht die Leistungen für alle kommenden Rentner-Generationen kürzen. Die Schweiz kann die Renten aller Generationen finanzieren. Ein Schlechtreden der AHV ist nicht am Platz. Es braucht aber eine gute Finanzierung. Travail.Suisse hat immer ein Baby-Boomer-Mehrwertsteuerprozent gefordert in Kombination mit weiteren Massnahmen. Der Bundesrat schlägt nun eine Finanzierung mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer vor. Der Zeithorizont wurde im Vergleich zur Altersvorsorge 2020 verlängert, was die Vorlage teurer macht, aber für sichere Renten sorgt. Zusammen mit den höheren Lohnbeiträgen, welche die Steuervorlage bringt, kann die AHV für alle Generationen gesichert werden.

Allerdings erachtet Travail.Suisse die Erhöhung des Rentenalters der Frauen als nicht gangbar. Die Altersvorsorge 2020 wurde gemäss Nachwahlbefragungen insbesondere wegen dem höheren Rentenalter abgelehnt. Angesichts der noch nicht realisierten Lohngleichheit ist es nicht angebracht, an den Frauenrenten zu schrauben. Die vorgeschlagenen Kompensationsvarianten ändern daran nichts. Die Flexibilisierung des Rentenalters zwischen 62 und 70 Jahren in beiden Säulen ist ein gutes Element und wird unterstützt.

Mit dem Gesamtkonzept für die Steuerreform 17 und der Erhöhung der AHV-Lohnbeiträge reduziert sich der Sanierungsbedarf gemäss Bundesrat auf 0,7 Mehrwertsteuerprozente. Travail.Suisse fordert die Erhöhung der Mehrwertsteuer um ein Babyboomer-Prozent, aber ohne die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre. Die Bevölkerung ist durchaus bereit, sich die Altersvorsorge etwas mehr kosten zu lassen, wenn die Leistungen gesichert werden. „Die AHV-Vorlage findet mit der Erhöhung des Frauenrentenalters und den Kompensationsvarianten unserer Meinung nach keine Mehrheit im Volk“, bilanziert Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat.

Mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse / Nationalrat, Mobile: 079 287 04 93

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2018 06 28 Bundesratsentscheid-Vernehmlassung-Altersvorsorge21 d.docx 40 KB

28. Juni 2018, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Die Erwerbstätigkeit der pflegenden Angehörigen erleichtern

Heute ist die Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf für die Entlastung der pflegenden Angehörigen eröffnet worden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, nimmt mit Befriedung zur Kenntnis, dass die Thematik endlich ernst genommen wird und der Bundesrat konkrete Massnahmen vorschlägt zur Entlastung der erwerbstätigen pflegenden Angehörigen. mehr

Der Gesetzesentwurf wurde von Travail.Suisse und natürlich auch von den 1.9 Millionen Personen, die tagtäglich ein Kind oder eine erwachsene Person unterstützen und begleiten, ungeduldig erwartet. Travail.Suisse wird den Entwurf des Bundesrates in den nächsten Wochen eingehend analysieren.

Es ist eine Realität: Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen ist erwerbstätig. Nur eine ausreichende Entschädigung für den vorübergehenden oder länger dauernden Verdienstausfall ermöglicht es einer erwerbstätigen Person, ihre berufliche Tätigkeit mit der “Betreuungsarbeit” zu vereinbaren und damit ihre Stelle zu behalten. Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse: "Auf die Absichtserklärungen müssen jetzt Taten folgen. Der Gesetzesentwurf muss umfassend und ehrgeizig sein, denn Investitionen in die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Betreuungsarbeit sind mit einem hohen Return on Investment verbunden. ».

In Erwartung der Ergebnisse der Analyse kann sich jeder Betroffene über die erste nationale Plattform für pflegende Angehörige (www.info-workcare.ch) informieren. Diese Plattform wurde von Travail.Suisse im Oktober 2016 lanciert. Aktualitäten zur Thematik sind auch auf der Facebook-Seite (auf Französisch) @infoworkcare.ch zu finden.

Für weitere Informationen :
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel. 079 598 06 37 oder 031 370 21 11

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2018 06 28 Work-and-care.docx 42 KB

28. Juni 2018, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Betreuende und pflegende Angehörige – eine Vernehmlassung wird eröffnet, eine Interessengemeinschaft wird gegründet

Der Bundesrat eröffnet heute die Vernehmlassung über das Legislativpaket, das den betreuenden und pflegenden Angehörigen – insbesondere den berufstätigen unter ihnen – Erleichterungen bringen soll. Die « nationale Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige » will die Interessen der betreuenden und pflegenden Angehörigen auf nationaler Ebene vertreten. Sie wurde von Organisationen gegründet, die sich bereits heute für diese Angehörigen einsetzen. mehr

Jeden Tag unterstützen, helfen und begleiten in der Schweiz 1.9 Millionen Menschen ein Kind oder einen Erwachsenen. Ein grosser Teil von ihnen ist berufstätig. Dieses doppelte Engagement miteinander zu vereinbaren, führt zu zahlreichen Schwierigkeiten. Der vom Bundesrat angekündete Gesetzesentwurf mit dem Ziel, die Situation betreuenden und pflegenden Angehörigen zu erleichtern, wird von allen Organisationen, Verbänden und Ligen, die sich für diese Angehörige einsetzen, sehnsüchtig erwartet.

Mit der Gründung der ersten « nationalen Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige » (oder IG-Betr. Angehörige) setzen sich das Schweizerische Rote Kreuz, die Krebsliga Schweiz, Pro Infirmis, Pro Senectute und Travail.Suisse auf nationaler Ebene für die Interessen der betreuenden und pflegenden Angehörigen ein. Die Gründungsorganisationen sorgen bereits heute tagtäglich für die betreuenden und pflegenden Angehörigen, sei es mit Entlastungsangeboten, Informationen oder direkten Beratungen.

Abgestützt auf ein grosses Netzwerk von Experten, ist das erste Ziel der neuen Interessengemeinschaft, die vom Bundesrat vorgeschlagenen Gesetzesänderungen im Rahmen der bis 19. Oktober 2018 laufenden Vernehmlassung zu evaluieren und dazu Stellung zu nehmen. Jedes seiner Mitglieder ist zudem frei, gemäss der eigenen spezifischen Ausgangslage eigene Positionen zu formulieren.

Für weitere Informationen
Sekretariats der IG-Betr. Angehörige
Valérie Borioli Sandoz (Travail.Suisse), 031 370 21 11, sekretariat@ig-pflegendeangehoerige.ch

28. Juni 2018, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Sozialkommission kann Pionierrolle übernehmen

Morgen wird in der Sozialkommission des Ständerates (SGK-S) über die Eidgenössische Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ (Vaterschaftsurlaubs-Initiative) beraten. Nachdem der Bundesrat am 1. Juni bekräftigt hat, dass er Vätern nicht mehr als einen arbeitsfreien Tag zugestehen will, hat die SGK-S jetzt die Möglichkeit, mit einem Ja zur Initiative eine Pionierrolle für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub zu übernehmen. mehr

Am 1. Juni bekräftigte der Bundesrat seine Haltung, dass die Schweiz keinen gesetzlichen Vaterschaftsurlaub braucht. Dass 81 Prozent der Bevölkerung aber einen solchen befürwortet, scheint dem Bundesrat gleichgültig zu sein (siehe repräsentative Studie des Link-Instituts von 2015, www.vaterschaftsurlaub.ch/initiative).

20 Tage Vaterschaftsurlaub sind vernünftig, bezahlbar und organisierbar

Mit der Beratung in der Sozialkommission des Ständerates (SGK-S) geht die Vaterschaftsurlaubs-Initiative in die nächste Phase, die der parlamentarischen Beratung. Ob die SGK-S bereits morgen eine Empfehlung erarbeiten wird, oder ob sie noch weitere Arbeiten in Auftrag gibt, ist noch unklar. Klar ist aber: Die Schweiz braucht jetzt einen Vaterschaftsurlaub! Mit der vorliegenden Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub – einzeln und flexibel zu beziehen im ersten Lebensjahr des Babies – liegt ein vernünftiger Vorschlag vor, der der ganzen Familie nützt. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt“ empfiehlt der Kommission ein deutliches Ja zur Initiative. „Sie ist ein Kompromiss zwischen der heutigen Situation und den Wünschen nach einem längeren Elternurlaub und deshalb eine gut schweizerische Lösung“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Vereins und Nationalrat.

Mehr Informationen:

  • Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Nationalrat, Mobile: 079 287 04 93
  • Matthias Kuert Killer, Geschäftsführer Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“, Mobile: 079 777 24 69

Der Vaterschaftsurlaub ist…
notwendig: Die Geburt eines Kindes ist ein grosser Schritt. Für einen gelungenen Start braucht es präsente Väter. Und zwar alle, nicht nur die, die sich einen unbezahlten Urlaub leisten können oder bei einem grosszügigen Unternehmen arbeiten.
zeitgemäss: Väter wollen heute von Beginn an Verantwortung übernehmen. Bedingung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, dass die nötigen zeitlichen Freiräume zur Verfügung stehen.
bezahlbar: 20 Tage Vaterschaftsurlaub kosten auf dem Lohnzettel nicht mehr als eine Tasse Kaffee pro
Monat. Die Erwerbsersatzordnung steht finanziell gut da und die Perspektiven sind gut. Vaterschaftsurlaub – ein grosser Schritt für die Väter, ein kleiner für die Sozialversicherung.
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www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit

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2018 06 27 MM Vaterschaftsurlaub-jetzt SGK-ist-gefordert d.docx 54 KB

27. Juni 2018, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon